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Image by Stefan Cosma

Maiwipfel, Ginfonie & Glutbirne – warum unsere hausgemachte Marmelade ein bisschen anders schmecken

vor 2 Stunden
3 Min. Lesezeit

Beim Frühstück gibt es Dinge, über die man normalerweise nicht besonders lange nachdenkt.

Butter. Brötchen. Käse. Marmelade.

Letztere steht wahrscheinlich auf fast jedem Frühstücksbuffet eines Hotels. Erdbeere, Aprikose, vielleicht noch Himbeere – Deckel auf, fertig.



Bei unserem Waldfrühstück wollten wir es uns an dieser Stelle nicht ganz so einfach machen.

Denn einige der Marmeladen, die morgens bei uns auf dem Buffet stehen, entstehen ein paar Meter weiter in unserer eigenen Küche. Dort probiert unser Küchenchef Andreas regelmäßig aus, was zusammenpassen könnte, was gerade Saison hat und manchmal vermutlich auch, was auf den ersten Blick überhaupt nicht zusammengehört.

Und genau daraus entstehen gelegentlich ziemlich gute Ideen.


Was gerade wächst, darf ins Glas

Eine feste Liste mit zehn Sorten, die das ganze Jahr über gleich bleibt, gibt es bei uns nicht.

Unsere Marmeladen entstehen saisonal.

Ein Teil des Obstes hat dabei manchmal eine ziemlich kurze Anreise ins Ehrental. Steinobst, Äpfel, Birnen oder Zwetschgen bekommen wir unter anderem aus den Gärten von Freunden und Bekannten.

Das finden wir schön, denn gerade im Spätsommer und Herbst gibt es in vielen Gärten diesen Moment, in dem plötzlich alles gleichzeitig reif ist. Aus „Nimm dir ruhig ein paar Birnen mit“ werden dann schnell zwei Kisten.

Was sollen wir sagen? Wir nehmen sie. 😄

Beeren kaufen wir während der Saison regional ein. Anschließend wird bei uns im Haus gekocht, abgeschmeckt und abgefüllt.

Von Anfang bis Ende.


Andreas darf ausprobieren

Unser Küchenchef Andreas ist für die Marmeladen verantwortlich.

Dabei geht es uns nicht darum, möglichst ausgefallene Kombinationen zu erfinden, nur damit auf dem Schild etwas Besonderes steht. Wir möchten ausprobieren, kosten und am Ende etwas auf das Frühstücksbuffet stellen, bei dem ein Gast vielleicht kurz innehält und denkt:

„Das probiere ich mal.“


Manches funktioniert sofort. Bei anderem wird noch einmal nachjustiert.

Und dann entstehen Sorten wie unsere aktuelle Pfirsich-Tonkabohne.

Pfirsich kennt man auf dem Frühstückstisch. Tonkabohne vielleicht eher weniger. Zusammen wird daraus aber genau die Art von Marmelade, die wir mögen: vertraut genug, dass man zugreift, und ungewöhnlich genug, dass man anschließend noch einmal hinschmeckt.



Drei Sorten haben es dauerhaft geschafft

Neben den wechselnden saisonalen Marmeladen haben wir mittlerweile drei Sorten, die zu unseren Klassikern geworden sind.

Maiwipfel

Hier wird es ziemlich waldig.

Für unseren Maiwipfel verbinden wir Erdbeeren mit Fichtennadeln. Das klingt zunächst vielleicht ungewöhnlich, passt aber eigentlich wunderbar zu einem Waldhotel.

Wenn schon „Zeit für Wald“, dann darf der Wald schließlich auch mal aufs Brötchen.

Ginfonie

Bei der Ginfonie treffen schwarze Johannisbeeren auf Gin.

Fruchtig, etwas herber und definitiv keine Marmelade, die einfach nur süß sein möchte.

Und nein, wir behaupten nicht, dass Gin grundsätzlich zu einem ausgewogenen Frühstück gehört. Aber in der Marmelade lassen wir das durchgehen. 😉

Glutbirne

Und dann wäre da noch unser heimlicher Star.

Die Glutbirne kombiniert Birne mit Chili und Ingwer.

Die Birne bringt Süße, Ingwer und Chili sorgen anschließend dafür, dass die Sache ein bisschen spannender wird.

Von unseren drei Klassikern ist sie bei den Gästen besonders beliebt.

Vielleicht gerade deshalb, weil man bei Birnenmarmelade zunächst etwas anderes erwartet.


Warum machen wir uns eigentlich die Arbeit?

Die berechtigte Frage wäre natürlich: Warum?

Wir könnten Marmelade schließlich auch fertig kaufen. Das wäre einfacher, immer verfügbar und Andreas hätte in der Küche eine Aufgabe weniger.

Aber genau das möchten wir nicht ausschließlich.

Natürlich können und wollen wir in einem Hotel nicht alles selbst herstellen. Das wäre weder realistisch noch automatisch besser.

An manchen Stellen finden wir es aber schön, Dinge selbst auszuprobieren.

Nicht, weil „hausgemacht“ besonders gut auf einem Schild aussieht, sondern weil wir entscheiden können, was ins Glas kommt. Wir können kosten, verändern, noch ein bisschen hiervon dazugeben oder feststellen, dass eine Idee beim zweiten Versuch doch nicht so gut war wie beim ersten.

Und wenn am Ende etwas dabei herauskommt, das unsere Gäste überrascht, hat sich die Arbeit gelohnt.



Ein kleines bisschen Ehrental für zu Hause

Drei unserer Sorten müsst ihr übrigens nicht beim Frühstück zurücklassen.

Maiwipfel, Ginfonie und Glutbirne könnt ihr bei uns auch im Glas mit nach Hause nehmen.

Das gefällt uns besonders gut.

Vielleicht steht das Glas ein paar Tage später irgendwo in Erfurt, Leipzig, Berlin oder ganz woanders auf dem Frühstückstisch. Deckel auf, Brötchen dazu – und für einen kurzen Moment ist ein kleines bisschen Ehrental wieder da.

Vorausgesetzt natürlich, die Glutbirne hat die Heimfahrt überlebt.


Was kommt als Nächstes ins Glas?

Das wissen wir ehrlich gesagt noch nicht.

Und genau das gehört ein bisschen dazu.

Es hängt davon ab, was Saison hat, welches Obst wir bekommen und welche Idee Andreas als Nächstes ausprobieren möchte.

Bis dahin wird weiter gekocht, gekostet und manchmal auch verworfen.

Denn am Ende wollen wir beim Waldfrühstück nicht ausschließlich die Dinge anbieten, die man überall erwartet.


Ein bisschen Überraschung darf morgens schon sein.


Euer Team vom Waldhotel Ehrental

Zeit für Wald – Zu Gast bei Freunden.

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